Analyse-Tool von IBM/Cognos spürt Defizite bei Konkurrenzprodukten auf
Das erste IBM/Cognos-Produkt, das aus der Integration mit dem zugekauften Anbieter von Statistik-Software SPSS hervorgeht, feierte auf der Fachkonferenz Cognos Performance 2009 in Mainz Deutschland-Premiere. Mit IBM Cognos Content Analytics lassen sich laut Herteller strukturierte wie auch unstrukturierte Daten auswerten und in Prozesse integrieren. "Die Software sagt Ihnen, wie sich Menschen wahrscheinlich verhalten werden, etwa vor einem Wechsel des Anbieters", erklärt Meg Dussault, Program Director für Business Intelligence & Performance Management bei der IBM Software Group. Das BI-Produkt von IBM/Cognos soll noch zum Jahresende auf den Markt kommen.
Informationen aus menschlichen Interaktionen nutzen
Viele Informationen in einem Unternehmen sind unstrukturiert wie in E-Mails, Blogs, Webseiten, Formularen oder Notizen im Callcenter. Sie stammen alle aus menschlichen Interaktionen und sind somit sehr wertvoll. "Das Programm sucht Schlüsselbegriffe und Phrasen, um sie mit Hilfe seiner statistischen Modelle, die der Nutzer auswählt, auszuwerten", erläutert Dussault. Zusammen ergäben historische und aktuelle Daten, sobald sie mit statistischen Verfahren aufbereitet worden sind, ein Bild davon, was Menschen wahrscheinlich tun werden. So ließen sich auch Informationen über Defizite bei Konkurrenzprodukten finden, die etwa bei der US-Behörde Food & Drug Administration (FDA) öffentlich zugänglich seien.
Internet besteht zum größten Teil aus unstrukturierten Daten
"Die Marktlücke für die Software Content Analytics ist da, auch in Deutschland", kommentiert Barney Finucane, Analyst beim Business Application Research Center (BARC), die Produktvorstellung. Mehrwert sei die Analyse von unstrukturierten Daten, ein bislang noch wenig erschlossener Informationscorpus und zugleich eine rasant wachsende Informationsquelle. "Da das Internet ja zum größten Teil aus unstrukturierten Daten besteht, haben viele Unternehmen ein enormes Interesse, sich diese zu erschließen", betont Finucane.
Alternative zu SAP-Frontend
Nachdem Cognos bereits eine Reihe von Produkten für die Finanzabteilung vorgestellt hat, will der BI-Anbieter auch dieses Portfolio zügig ausbauen. IBM-Managerin Dussault stellte Updates für den OLAP-Server TM1 9.5, Cognos 8, Controller 8.5 und Business Viewpoint 8.4 vor. "In Cognos 8 BI ist der Mashup Service mit einer Programmierschnittstelle (API) versehen worden, so dass ein Nutzer jegliches Ausgabeprodukt wie Berichte als Mashup in eine Service-fähige Anwendung, etwa ein Portal, einbinden kann", stellt Dussault heraus.
Die IBM-Mangerin betonte auch, dass Cognos den Support für SAPs BI-Plattform ausbaue, so etwa für die Appliance Business Warehouse (BW) Accelerator. "Cognos-Lösungen sind ernstzunehmende Wettbewerber von SAP im Bereich Frontends", erläutert Melanie Mack, Melanie Mack, Senior Analyst beim Business Application Research Center (BARC), und ergänzt: "SAP spürt den Wettbewerb. Momentan arbeitet Cognos noch daran, die Performance rund um SAP BW zu verbessern." Kunden hätten durch die Cognos-Angebote die Möglichkeit, Anbieter zu diversifizieren.
Business Intelligence-Paket für den Mittelstand
Mit Cognos Express stellte die IBM-Managerin Dussault das neue BI-Paket für den Mittelstand vor. "Das Produkt eignet sich gut für diese Unternehmen", bestätigt die BARC-Analystin Mack, und fügt hinzu: "Es lässt sich in Unternehmen mit einer Größe von bis zu 100 Anwendern einsetzen."
Kern der Lösung sei die In-Memory-OLAP-Technologie aus TM1, angereichert um das Tool-eigene Frontend Executive Viewer. Es bestehe aber auch die Option, MS Excel weiterhin als Frontend zu nutzen. "Mittelständische Unternehmen sind darauf angewiesen, Entscheidungen auf Faktenbasis zu fällen. Cognos Express verknüpft hierzu die entscheidenden Funktionen: Analyse, Reporting mit Planung und Budgetierung", erläutert die BARC-Analystin Mack. Damit seien alle betriebswirtschaftlich-unternehmerischen Aspekte berücksichtigt, gleichzeitig sorge die Vorkonfiguration für die Entlastung der IT. "Damit sind kleine Mittelständler ohne Data Warehouse-Strategie und Fachabteilungen gut bedient", erklärt Mack.